Element Metall

Element Metall

Ordnungsliebe, Präzision, Höflichkeit und gute Manieren, das sind einige der Attribute, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin dem Metallelement zugeschrieben werden. Diese Wandlungsphase steht für den Herbst des Lebens, in dem ein gründliches „Ausmisten“ in allen Bereichen stattfindet und die Konzentration den wirklich wichtigen Dingen gilt.

Die „Axt im Walde“ ist eine typische Assoziation in der westlichen Welt zum Stichwort Metall. Der Sprung in die chinesische Philosophie ist dabei gar nicht so groß, denn die Axt stellt damit quasi das Mittel dar, um ein überschießendes Holzwachstum einzudämmen.

Metall gilt als ordnendes und strukturierendes Element. Im Sinne des kontrollierenden Zyklus liefert es die Maßstäbe, auf denen die Handlungsimpulse des Holzelements aufbauen – oder einfach gesagt: Metall entwirft den Plan, nach dem Holz seine expansiven, dynamischen Eigenschaften umsetzen sollte.

Sogar die Jahreszeit passt ins Bild, denn üblicherweise ist der Herbst die wichtigste Zeit für Baumpflege oder Abholzung. Zudem sammeln sich jetzt die Kräfte der Natur und konzentrieren sich auf das Wesentliche, das zum Überleben und Fortbestehen der Art wichtig ist. Mit Trauer erleben viele Menschen das alljährliche Verwelken und den sich überall offenbarenden Verfall in der Natur. Dabei sind diese Vorgänge die unabwendbare Voraussetzung für natürliche Reifungsprozesse und das Wachstum im Folgejahr. Diese Transformationsschritte sind nicht nur für das Pflanzenreich sondern auch für die Entwicklungsprozesse des Menschen wichtig. Sie bilden die Kraftquelle für jedes künftige Wachstum.

Dennoch passt auch das herbstliche Verlustgefühl ins Bild: Trauer und Abschied gehören zur Wandlungsphase Metall, ebenso wie das Weinen bzw. Tränen als zugeordnete Körperflüssigkeit sowie die Farbe weiß. Mit ihr drücken sich Klarheit, Loslassen und Trauer aus. Besonders deutlich wird dies bei chinesischen Beerdigungen, bei denen die Abschiednehmenden eben nicht in Schwarz, sondern in Weiß gekleidet sind.

Der Metalltyp

Reifung und Umwandlungsprozesse bilden das leitende Prinzip des Metalltypus, der aus diesem Grund oft als Alchemist bezeichnet wird, der aus dem Groben das Feine (Gold) herausdestilliert. Wichtigste Voraussetzungen für die notwendigen strukturierenden Vorgänge sind ein gutes Urteilsvermögen und der buchstäblich „messerscharfe Verstand“, gekoppelt mit der Fähigkeit, das Überflüssige abzugeben.

Menschen mit einem Wesensschwerpunkt im Metallelement sind nicht nur gute Pläneschmiede und Organisatoren. Sie schätzen moralische Prinzipien und Ästhetik. Philosophie und ethische Werte haben bei ihnen einen höheren Stellenwert als Gefühle. Daher neigen sie dazu, ihren hohen Ansprüchen beim Streben nach Vervollkommnung mit viel Disziplin gerecht zu werden und dabei zwischenmenschliche Bedürfnisse zu vernachlässigen.

Die Kehrseite

Die angewandte Ordnungsliebe bietet ein gutes Maß, um den Zustand eines Metallmenschen zu beurteilen. Disharmonien in diesem Element äußern sich meist in der Störung, entsprechend seiner Fähigkeiten zu geben und zu nehmen. So kann sich bei Metallübermaß ein Zustand einstellen, bei dem der zugrunde liegende Sinn für Ordnung starre Züge annimmt. Dann herrscht penible Sauberkeit, jedes Stück hat an seinem Platz zu liegen und wird sorgfältig katalogisiert. Kreativität und Gefühle haben in diesem pedantischen Raster keinen Platz und werden als bedrohlich empfunden. Insgesamt mangelt es an Selbstvertrauen, was durch dogmatische Einstellungen und Kontrollsucht kompensiert wird. Äußerlich bereits leicht erkennbar weichen gepflegte Eleganz und gute Manieren einer rigiden Körperhaltung und unnachgiebigem Verhalten.

Der Gegenpol zu diesem Übermaß zeigt sich nach Erschöpfung der Metallenergie beim berühmten „Messie“, der wahllos alles ansammelt, was sich nicht von selbst aus dem Staub macht, und der schon längst den Überblick über sein Leben verloren hat. Eine durchhängende Körperhaltung und die Unfähigkeit, eine klare Position zu beziehen, sind typisch für diesen schlaffen „Alles-ist-egal-Zustand“. Im gleichen Zuge leidet auch das gesellschaftliche Auftreten, dem es an Sauberkeit, „Schliff“ und guten Manieren fehlt.

 

Das Element der Philosophen und Pedanten

Quelle: www.das-pta-magazin.de