Element Erde

Der Spätsommer ist die Jahreszeit des Erdelements – eine Zeit der Fülle und der Ernte, die Sicherheit und Frieden vermittelt. Die Menschen haben ihre Ziele erreicht und lehnen sich nun genussvoll zurück, während sie die Kraft sammeln, eine neue Richtung einzuschlagen. Das Erdelement verkörpert Harmonie und Geborgenheit, unsere Mitte, die Achse, um die sich alles dreht und der sichere Bezugspunkt, zu dem alles wieder zurückkehren kann. „Gut geerdet“ ist eben jeder, der sich „in seiner Mitte“ befindet.

Der Erdtyp

Und genau so präsentiert sich eine Persönlichkeit mit gehäuften Erdmerkmalen: gut zentriert, in sich ruhend undstabil. Letzteres erkennt man nicht nur an der seelischen Ausgeglichenheit, sondern auch am Körperbau, denn „Erdmenschen“ zeichnen sich durch eine stattliche Figur aus und offenbaren die Fülle ihres Lebens häufig auch an Bauch und Hüften.

Natürlich gibt es auch Männer mit starken Merkmalen dieses Elements, doch im Allgemeinen spielt die Erdpersönlichkeit eine sehr mütterliche Rolle. Sie knüpft gerne soziale Netze und sorgt für das Wohlbefinden ihrer Lieben. Sie vermittelt in Streitfällen und zeigt den Kontrahenten verbindende Gemeinsamkeiten auf. Ihrem mitfühlenden, freundlichen Wesen schenkt man leicht Vertrauen.

So ist es nicht verwunderlich, dass sie auch eine klassische Anlaufstelle für Problemfälle ist und mit Leichtigkeit und Toleranz das Leben hilfesuchender Mitmenschen organisiert. Umgekehrt verbirgt sie jedoch die eigenen Sorgen und Nöte gerne hinter einer unbekümmerten Fassade, denn es fällt ihr schwer, andere mit ihren Problemen zu belasten und um Hilfe zu bitten.

Die Kehrseite

Gerade diese Fürsorglichkeit ist es, die eine Erdpersönlichkeit aus der Balance bringen kann, denn sie liebt es, restlos aus dem Vollen zu schöpfen, was leicht zur Selbstaufgabe führt. Ein typischer„Sprachfehler“ ist die Unfähigkeit „nein“ zu sagen, denn die Ansprüche anderer werden stets vor die eigenen gestellt.

Kippt das Gleichgewicht, dann frisst das ausgeprägte Helfersyndrom die eigenen Ressourcen auf und bereitet den Weg für zwanghaftes Anklammern und „nicht-loslassen-Können“. Aus der unterstützenden Zuwendung für die Nahestehenden wird eine ungebetene Einmischung oder eine als aufdringlich empfundene Besorgnis, die das „Opfer“ dieser Zuwendungen auf Distanz gehen lässt. Die menschliche Leere fürchtend, wird die Angst vor Einsamkeit als buchstäblicher Liebeshunger mit Essen kompensiert.

Anstelle der Erfüllung persönlicher Bedürfnisse steht nun eine Überfüllung des Verdauungsapparates. Doch diese setzt keine zusätzliche Energie frei, sondern belastet lediglich den Stoffwechsel. Völlegefühl, vermehrte Gasbildung, Verstopfung, Sodbrennen und Gewichtszunahme sind die ersten Folgen.

Langfristige Symptome stehen alle unter dem Zeichen der Schwere mit Schleim- und Feuchtigkeitsansammlungen: Ödeme im Bereich von Bauch, Hüften, Beinen und Knöcheln, prämenstruelles Syndrom, „schwere“ Kopfschmerzen und zunehmende Verschleimung der Atemwege.

Während auf der einen Seite das Verlangen besteht, immer mehr Energie durch die Aufnahme von Genussmitteln und leicht verwertbaren Kohlenhydraten ins System zu schleusen, wird auf der anderen Seite versucht, mit Diäten und Fastenkuren der Überfülle Einhalt zu gebieten.

Weder der eine noch der andere Weg befriedigt die wahren Bedürfnisse. Alle Verhaltensmuster sind von dem Verlangen nach Zuwendung geprägt. Darunter leidet das Selbstwertgefühl, und die sich einstellende seelische Trägheit begünstigt den zunehmenden Kontrollverlust.

Quelle: www.das-pta-magazin.de