USB-Anschluß für die Gedanken

Ich finde die Vorstellung, dass ich eines Tages nur noch ein USB Kabel anschließe und morgens meine Gedanken überarbeiten kann, genial. Heute wird ja schon alles mögliche in der "Cloud" gespeichert und ausgewertet. Die eigenen Gedanken nochmal nachzulesen, das wär doch mal genial.

Denn gerade kurz vor dem Einschlafen, hab ich so gute Sätze im Kopf, könnte alles super gut erklären, finde Antworten auf Fragen die vielleicht schon viel länger unbeantwortet sind und kann auf besondere Weise meine Gefühle erkennen und benennen.

"Ich bin morgens immer müde... und abends werd ich wach" ... Jetzt kann ich die Zeit in der Nacht nutzen um zu schreiben, das ist wunderbar. Doch die besten Texte und Erklärungen fallen mir kurz vor dem Einschlafen ein. Der Text ist perfekt und nur das USB Kabel fehlt 😉

Ich finde es dann immer Schade, wenn ich morgens keinen blassen Schimmer mehr davon habe. Vielleicht bin ich deswegen morgens unzufrieden? Ich habe eine Morgenroutine gelernt, mit der ich durch Schreiben meine Gefühle aufspüre und den Tag einstimme wie ich es gerne hätte. Funktioniert meistens sehr gut. Bisher gab es nur dann schlechte Tage, wenn ich keine Morgenseiten geschrieben haben. Kleine Übertreibung ... 😉

Durch die Morgenseiten beschreibe ich den Tag so wie er werden soll und mach mir bewusst, wie es mir heute geht und welche Gefühle ich habe. Durch diese kurze Übung, übernehme ich die Verantwortung für meinen Tag und übe mich darin keine Erwartungen zu haben. 

 

Kreativität entdecken

Schon in der Pubertät habe ich Tagebuch geschrieben. Ich wollte festhalten, wann und mit wem ich unterwegs war. Denn ich dachte immer ich verpasse etwas und bin dauernd zu Hause. Dabei war ich viel unterwegs... Zuhause gab es nichts mehr zu entdecken ... 

Durch das Schreiben wurde mir so einiges klar. Ein Zitat, das ich früher geliebt habe ging ungefähr so:

"Du musst dein Leben vorwärts leben, verstehen kannst du es nur rückwärts".

Kreativität ist individuell wie der Fingerabdruck. Jeder Mensch kann sich auf eine ganz eigene Art kreativ ausdrücken und sieht etwas auf seine eigene Art. Dies gilt es zu finden... 

Ich denke, wir lernen in unserem Leben nur wenige Möglichkeiten, wie wir etwas sehen oder ausdrücken können, meistens durch Vorbilder oder die Familie. Schlimm finde ich, wenn wir regelrecht zurechtgestutzt werden in unseren Möglichkeiten oder der Fantasie, indem wir von anderen bewertet werden. Am Besten erklärt dies der Gehirnforscher Gerald Hüther. Das verunsichert, weckt den Widerstand, macht Angst und lässt das eigene Potential verkümmern.

 

Loslassen von Dingen macht mich innerlich frei und bringt mir gleichzeitig mehr Kreativität. Brauche ich ein Ding nochmal, kann ich mir eine neue Lösung dafür ausdenken. Das fordert und fördert die Kreativität. Vielleicht finde ich sogar eine bessere, frische, umweltfreundliche neue Lösung. 

 

Photo: Unsplash.com

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